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Regenwürmer im Bauch.

3 Mrz

Morgen isses soweit. Unser erster monatlicher o’pflanzt is! Schur Fix findet statt: Ein Anzieh-Workshop auf der Fläche. Unser Vorstandsmitglied und inhouse gardener Sven wird uns dabei mitnichten die Finessen gartentauglicher Bekleidungskünste vorführen (obwohl, wenn ich so darüber nachdenke…hätte auch was, grins)…vielmehr bringen wir einen Teil dessen, was in diesem Moment noch vor mir auf dem Schreibtisch in verheißungsvollen Tütchen schlummert, unter die Erde.

ICH BIN SO AUFGEREGT, ICH HAB REGENWÜRMER IM BAUCH. Meine erste Pflanzaktion im Garten. Aber ich werde sie vermissen, die knisternden Päckchen in meinem Regal…

Denn bitte, wie kann bei solchen Bes/namungen auch der asphaltversessenste Stadtmensch nicht zum SeedSpotter werden?

Bestellt haben wir die kleinen Freunde übrigens, wie unschwer ersichtlich, bei dem Saatgutkollektiv Dreschflegel. Dieses besteht aus Samenshop, Verein und Schaugarten. Macht mal zwei Stunden blaugrün und stöbert durch die großartige Webseite. Allein die Infos zu Sorten und Saatpraxis sind ein Archiv unbezahlbaren Gärtnerwissens. Und der Katalog erst…sabber, lechz…da bleibt mir nur eines zu zu sagen:

(Diese politisch unkorrekte, aber wundervolle Postkarte stammt übrigens aus dem interessanten Buch „Meine kleine Cityfarm“ von Novella Carpenter. Handelt ebenfalls von einem Versuch, mitten in der Stadt eine grüne Welt zu schaffen, allerdings mit dem Schwerpunkt auf Tierhaltung, pfui, pfui, pfui, in meinen hingebungsvoll veganen Augen jedenfalls – aber dennoch: lesenswert.)

Alle Dreschflegel-Samen stammen übrigens aus Demeter-Anbau. Und entsprechen damit unseren selbst auferlegten Auswahlkriterien an unsere Saaten:

  • biologischer Anbau
  • keine Hybride
  • so einheimisch, alt, rar & spannend wie möglich
  • pflegeleicht (damit auch von unerfahrenen Anpflanzern und in anderen Gärten erfolgreich kultivierbar)
  • standortgeeignet

Allerdings: Wir machen uns nicht zu Sklaven unserer eigenen Regeln. Wer uns mit selbstgezogenem Saatgut beglücken möchte, ob aufm Einsiedlerhof mondkalendarisch-dynamisch gewonnen, oder auf dem eigenen Balkon pimalgrünemDaumen gezogen, der bekommt ein eigenes Beet, wo der samige Gast ein neues Zuhause findet. Nur Hybride, die müssen draußen bleiben. Und über gen-technisch verändertes Gezeux muss ich ja wohl nicht reden…weshalb ich mir auch das böse M-Wort spare.